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7-01-07 10:42 Magdeburg: Antifa-Demo gegen Naziaufmarsch am 13. Januar 2007 By AUTONOME ANTIFA MAGDEBURG



Am 16.1.2007 jährt sich zum 62.mal die Bombardierung Magdeburgs zum Ende des Faschismus. Diesen Anlass wollen Nazis nutzen um ihre faschistische Ideologie und ihre Geschichtsverdrehung zu propagieren. Dem gilt es mit allen Mitteln und auf allen Ebenen entgegenzutreten! Überregional mobilisiert die Autonome Antifa Magdeburg zu einer Demonstration gegen den geplanten Nazi-Aufmarsch. Mehr Infos zur Anreise bei AfA-Reisen aus Leipzig, Hannover, Braunschweig, Göttingen, Südharz und Thüringen.


Infoveranstaltung in Berlin Montag, 8.1.07 | 18 Uhr | FUSION (Skalitzer Str. 67)
Zugtreffpunkt nach Magdeburg: 13.1.07 | 7.30 Uhr Alexanderplatz (Zug fährt u.a. über Potsdam, Brandenburg/Havel und Burg)
Antifa-Demo in Magdeburg Samstag, 13.1.07 | 10 Uhr Hauptbahnhof



Geschichtsrevisionismus erkennen und bekämpfen! Antifaschistische Strukturen stärken und verteidigen!

Am 16.1.2007 jährt sich zum 62.mal die Bombardierung Magdeburgs. Diesen Anlass wollen wahrscheinlich Nazis erneut nutzen um ihre faschistische Ideologie hier in Magdeburg zu propagieren. Dem gilt es mit allen Mitteln entgegenzutreten und sich nicht zu verstecken!

Seit 1998 versuchen Nazis zum 16. Januar in Magdeburg ihren Geschichtsrevisionismus zu praktizieren. Dabei verkennen sie die Geschichte des zweiten Weltkriegs, trauern um die Deutschen Toten und leugnen und verschleiern die Schuld Deutschlands am zweiten Weltkrieg. Nachdem 1998 lediglich acht Nazis an einer Gedenkveranstaltung teilnahmen, stieg die Anzahl in den letzten Jahren rasant an. Dies ist vor allem auf die bundesweiten Vernetzungen und deren Kontinuierliche Aufbauarbeit in Ostdeutschland zurück zu führen. Die provinziellen Strukturen und ihre Sozialen Probleme bieten häufig einen rassistischen Nährboden in den nur schwer vorzudringen ist.

Am 15.1.2006 konnten so schon 500 Nazis aus Sachsen Anhalt und Thüringen unter Polizeischutz ihre Gedenkveranstaltung durchführen. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewähren wurde der gesamte Westfriedhof abgesperrt und den Nazis wurden von der Stadt Busse bereitgestellt, um zum Bahnhof zu gelangen. Trotz der massiven Polizeigewalt ließ sich der antifaschistische Widerstand nicht einschüchtern(dies zeigten auch vereinzelt Blockadeaktionen). Der 16. Januar ist mittlerweile ein fester Termin im Terminkalender der Magdeburger Nazis, der kraftvoll begegnet werden muss!

Keine Ruhe dem Nazipack!

In Magdeburg und Sachsen-Anhalt treten Nazis in letzter Zeit immer offensiver auf. Dies zeigt sich einerseits in militanten Angriffen auf Linke, Alternative und Migrantinnen und Migranten sowie in der steigenden Anzahl von Neonazis gegenüber den Antifaschistischen Strukturen in unserer Region. In Harz und im Raum Magdeburg gibt es derzeit fast wöchentlich Meldungen über Angriffe seitens der Nazis und ihrem massiven Auftreten in der Öffentlichkeit.

Am 1.5.2006, zum internationalen Arbeiterkampftag, marschierten 450 Nazis ohne spürbare Gegenwehr durch die Magdeburger Innenstadt. Die Nazidemo war teil einer so genannten „Antikapitalistischen Kampagne“, welche die Struktur der Nazis zeigt. So arbeiten vor allem Nazis aus Thüringen und Sachsen-Anhalt zusammen und besitzen ein großes Mobilisierungspotential. In ihrer Kampagne versuchen die Nazis, soziale Probleme zu thematisieren. Jedoch sind die wirklichen Probleme der Nazis am Kapitalismus/Imperialismus nicht die unschuldigen toten in Kriegsgebieten oder die Ausbeutung des Menschen durch aufgezwungene Arbeit und Armut. Es ist vielmehr der Verlust ihrer Nationalen Identität im Prozess des Ausbeutens und Ausgebeutet werden im heutigen Stadium des Kapitalismus. Für die Kapitalisten und Ausbeuter geht es nicht wirklich um die Hautfarbe oder Nationalität. Ihnen geht es nur darum welcher Staat seine Menschen zu den niedrigsten löhnen verkauft.

Die Rassisten machen nur auf sozial!
Doch die einzige Lösung heißt Hoch die Internationale Solidarität.

Neuer Höhepunkt ihrer Praxis war die Gründung eines angeblichen „JN Stützpunktes“ am 29.10.2006 im Bezirk Stadtfeld, einem eigentlich linken Stadtteil Magdeburgs. Auch trotz interner Probleme und Machtkämpfe innerhalb der Magdeburger Naziszene herrscht eine scheinbar offensive Stimmung. Dabei versuchen sie vor allem Jugendliche für ihre rassistische Politik zu gewinnen. Die Magdeburger Naziszene besitzt mit den „Junge Nationaldemokraten“, den „Nationalen Sozialisten MD“ (ehemals „Festungsstadt“) und mehreren Naziräumen feste Strukturen.

Vor allem die „Standarte“ sowie das „Playhouse“ (beide in Magdeburg-Nord) bieten Platz für Konzerte und Veranstaltungen. Zudem verfügt die Magdeburger Naziszene über Proberäume für lokale Nazibands. So gibt es im Flora Park, einem Einkaufszentrum und Lagergelände in Neustadt/Nord scheinbar kostengünstige Möglichkeiten für die Nazis, zur Produktion und Vertrieb rassistischer Musik und Bekleidung. Des weiteren werden in den Magdeburger Nazi-Läden „Piranha“ und „Insider“ Nazisachen verkauft – vor allem Textilien von „Thor Steinar“ und lokale Hooligan Marken).

Bereits öffentlich bekannt gewordene Mitglieder der Magdeburger Naziszene sind B. Schulz, Biere und Bauer. B. Schulz ist Mitglied der Kameradschaft „Nationale Sozialisten MD“ und wurde erst vor kurzem zu 8 Monaten Haft auf 2 Jahren Bewährung verurteilt. Grund dafür war ein Überfall auf linke Personen, nach einer Montagsdemo mit anderen Rechten. Des weiteren hat er bei einem Treffen mit Oberbürgermeister Trümper erneut die Kriegsschuld Deutschlands geleugnet. Jens Bauer und Biere sind zwei der wichtigen ideologischen Führungskader der in Magdeburg organisierten Naziszene. Jens Bauer ist u. a. Vorsitzender der JN- Magdeburg.

In Sachsen-Anhalt stieg die Anzahl der aktiven Nazis in den letzten Jahren konstant an. In Magdeburg soll der harte Kern der organisierten Nazis laut Polizeiangaben bei 30 bis 50 Personen liegen. Das „Umfeld an Mitläufern “ soll sogar zwischen 80 und 100 Personen betragen. Die Realität ist drastischer. Immer wieder wurde bundesweit über die Naziübergriffe berichtet. Dabei können Nazis auf feste Strukturen aufbauen. Vor allen auf Dörfern werden rechte Kameradschaften als Teil der Gesellschaft toleriert und teilweise ignorant integriert. Dörfer und Gemeinden wie Pömmelte, Parey, Halberstadt oder Gerwisch sind bekannt – die Liste der Naziangriffe ist lang.

Seit 2005 existiert eine Kameradschaft im Jerichower Land, die unter dem Namen „Weiße Aktivisten Jerichower Land“ auftritt. In der Öffentlichkeit zeigt sich diese Gruppe eher selten, doch ihr Gewaltpotenzial gegen „Andersaussehende und Andersdenkende“ ist enorm. Deshalb wurden die Montagsdemonstrationen in Haldensleben zum Großteil von diesen Personen gestört und die Demonstrierenden angegriffen. Nach den Demos versammelten sich dann regelmäßig bis zu 40 Nazis in Burg und gingen in den Flickschuhpark, wo sich alternative Jugendliche aufhalten. Dort wurden Linke bedroht, fotografiert, angegriffen und verletzt.

Dieser Park wurde nicht nur nach den „Unstimmigkeiten“ in Haldensleben aufgesucht, sondern auch an anderen Tagen. So versammelten sich ca. 60 Nazis am Pfingstmontag, dem 5.6.2006, um an dieser Stelle „Fußball gegen links“ zu spielen. Die alarmierte Polizei war zwar sofort vor Ort, erteilte aber zuerst nur etwa der Hälfte der Nazis Platzverweise. Nach ungefähr 30 Minuten, als alle Nazis den Park verlassen sollten und auch hatten, zogen sie durch die Burger Innenstadt (natürlich ohne Bullen). Darauf gingen sie in den Goethepark um sich dort wieder zu sammeln und ungestört Fußball zu spielen. Die Bullen waren mit 4 Autos anwesend und beobachteten die Situation aus sicherer Entfernung. Der Treffpunkt der „weißen Aktivisten“ war der Klub in Gerwisch, wo auch häufig Konzerte stattfanden. Nachdem er von der Gemeinde geschlossen wurden war, gab es noch ein letztes Abschiedskonzert mit rund 150 Neonazis.

Wie es aussieht, haben aber die Nazis in Grabow (Burg bei Magdeburg) einen neuen Platz gefunden, wo sie sich treffen und Feste veranstalten können. Am 21.10.06 wurde dort ein Konzert von rund 200 Nazis abgehalten, wobei die Polizei nicht einschritt. Gegen 23 Uhr machten sich von dieser Veranstaltung zahn Autos auf nach Gerwisch, um dort eine Geburtstagsfeier von linken und alternativen Jugendlichen anzugreifen. Sie stürmten vermummt in das Gemeindehaus, wo die Party stattfand, zerstörten alles, was ihnen im Weg stand. Dann öffneten sie die Fenster, wodurch weitere 15 vermummte Nazis einstiegen. Das Inventar wurde zerstört und die Feiernden angegriffen und zum Teil schwer verletzt.

Den Staatlichen Repressionsorganen wurde schon einen Tag vorher mitgeteilt, dass es einen Angriff auf die Veranstaltung geben wird. Sie stellten aber keine Beamten zum Schutz zur Verfügung sondern Beobachteten den Überfall mit einem Streifenwagen. Es wurde dann erst 30 Minuten nach dem Angriff eingegriffen. Aber wen überrascht das wirklich noch?!

Wir können und dürfen es nicht dulden, dass Nazis ihre faschistische Ideologie propagieren und ihre Strukturen ausbauen können während wir nach Kraft suchen!

• Gegen die alltägliche Dominanz der Faschisten und ihre Rassistische Praxis!!
• Keine Ruhe dem Nazipack in Ostdeutschland oder anderswo!
• Für eine starke Antifaschistische Jugendkultur!!!!!!!!!
• Hoch die Internationale Solidarität!


Antifaschistische Demonstration, 13.1.2007 um 10 Uhr ab Hauptbahnhof Magdeburg

Geschichtsrevisionismus erkennen und bekämpfen!
Antifaschistische Strukturen stärken und verteidigen!
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